Michael Krzyzanski

IT und andere Skurrilitäten

GPGMail nach Mac OS X Update 10.6.7

Nach dem Update von Mac OS X auf die Version 10.6.7 dürfte bei all denen die keinen automatischen Updatemechanismus in ihrem GPGMail PlugIn aktiviert haben, beim starten von Mail nun der Fehler erscheinen, dass das PlugIn deaktiviert wurde.

Eine neue und für 10.6.7 passende Version kann hier heruntergeladen werden.

Die Entwickler arbeiten derzeit an einem Update um GPGMail auch mit der neuen Version von Mail in Lion kompatibel zu machen. Das Ticket dazu kann hier eingesehen werden.
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TOR Relay

Diesen Artikel habe ich eigentlich angefangen zu schreiben als sich die Situation in Ägypten langsam aber sicher verschärfte. Tunesien war da bereits in der Hand seiner Bürger.

Jetzt ist das schon in der schnelllebigen Zeit Schnee von gestern. Doch trotzdem finde ich, dass es wichtig ist auf Dienste, wie den hier beschriebenen, aufmerksam zu machen und auch aufzuzeigen, dass man mit ein wenig Rechenleistung und einem Internetzugang anderen helfen kann.

Seit nun mehreren Jahren (4) betreibe ich ein TOR Relay. Das hat so seine Vorteile aber auch seine Nachteile. Zum einen finde ich es richtig Menschen weltweit die Möglichkeit zu geben anonym im Internet unterwegs zu sein. Bestes Bespiel für den Nutzen von Diensten wie TOR waren die jüngsten Ereignisse auf dem Afrikanischem Kontinent.

Der TOR Dienst erlaubt es Menschen weltweit über ein internes Netzwerk auf das Internet zuzugreifen indem die Daten die man aus dem Internet über verschiedene Rechner aus dem TOR Netzwerk bezieht. Da die Verbindung in das TOR Netzwerk verschlüsselt ist, sieht der Provider oder jemand der die Verbindung abhört nur einen verschlüsselten Datenstrom der TOR Software.

Zum anderen erlaubt das Grundrauschen des eigenen TOR Relays auch, relativ anonym innerhalb unseres Landes unterwegs zu sein. Punkt Vorratsdatenspeicherung.

Wo es natürlich Licht gibt, da gibt es auch Schatten. Denn der Einsatz eines TOR Relays schützt natürlich nicht unbedingt vor der Tatsache, dass es sein kann, dass Leute welche TOR nutzen auch kriminelle Absichten verfolgen können. Das hatte bei einigen Relay Betreibern in den letzten Jahren auch schon mal dazu geführt, dass sie sich plötzlich im Fadenkreuz von Ermittlungen oder Sperrungen seitens der Polizei oder Provider wieder fanden. Mir blieb dies bisher erspart und ich hoffe das wird es auch in der Zukunft. Natürlich macht man sich auch Gedanken darüber, dass es Menschen gibt welche die Plattformen für kriminelle Machenschaften verwenden. Denn mitunter missbrauchen auch Kriminelle, Terroristen und leider auch Pädophile das TOR Netzwerk. Weshalb man aber auch weiß, dass Internetsperren völlig nutzlos gegen Kinderpornigrafie im Netz sind. Bei einem Missbrauch und dessen Meldung sieht leider ein Provider nur einen Anschluss seines Kunden der für illegale Aktivitäten genutzt wurde.

Ich finde es immer wieder fatal, wenn sich Menschen keine Gedanken darüber machen und sich informieren wenn sie über irgendwelche Themen echauffieren, die unsere Politiker gerade für ihre Wahlkampagnen nutzen. So sind die Themen Vorratsdatenspeicherung und Sperren von Webseiten immer wieder aufkommende Themen, trotz dessen, dass Fachleute immer wieder gebetsmühlenartig aufzeigen wie unsinnig diese Vorderrungen sind.

Seit ein paar Monaten habe ich einen neuen Provider. Dieser scheint bisher mit meinem TOR Relay keinerlei Probleme zu haben. Auch dabei hoffe ich, dass es so bleibt.

Das Relay setzt zuweilen bis zu 56 GB an Daten pro Woche um, was natürlich eine ganze Menge an Daten ist und dies trotz einer Bandbreitenregulierung. Für alle die ein eigenes Relay betreiben wollen ein paar negative Anmerkungen. Warum die negativen? Nun, ich denke das wenn man sich mit dem Thema beschäftigt, wird man recht schnell die Vorteile sehen, doch es gibt wie eben schon Oben erwähnt auch Schatten.

Durch das Umsetzen großer Datenmengen leidet natürlich der eigene Durchsatz. Die Verbindung kommt einem manchmal quälend langsam vor. Das trifft natürlich eh zu, wenn man an einem Zugangspunkt hängt der nicht besonders gut angebunden ist. Zudem werden die Provider ihren AGBs folgend vielleicht auch ab und an an der Stellschraube drehen, wenn man zu viel Daten umsetzt. Schließlich sind knapp 200GB Traffic innerhalb eines Monats auch für einen Provider, der knapp kalkuliert, wahrscheinlich kein Pappenstiel. Das wirkt sich auch weiterhin negativ auf die Performance aus.

Seitdem ich einen TOR Relay benutze habe ich natürlich noch das für mich massivste Problem, ich darf nicht mehr in den Freenode Server. Zwar bietet Freenode einen TOR Zugang für SASL Clients an, doch das Ganze ist eher ein kläglicher Versuch, TOR Relay Besitzer oder andere TOR Nutzer ins Netzwerk zu lassen. Selbst, wenn man auf einen SASL fähigen IRC Clint umsteigt, ist die Chance, sich wirklich mal anzumelden eher schwindend klein. Was mir auch andere TOR Benutzer bestätigten. So bleibt mir nur das Ausweichen auf andere Server oder aber das Nutzen einer weiteren Verbindung.

Generell finde ich aber, dass der Betrieb eines TOR Relays wichtig ist um Menschen in Ländern mit eingeschränkter Meinungsfreiheit und Internetzensur die Möglichkeit zu geben die im Internet publizierten Inhalte uneingeschränkt nutzen zu können. Ohne Plattformen wie TOR oder JAP (Ein deutsches Projekt der der TU Dresden) wären manche Verbrechen und manche Informationen aus Kriegs und Krisengebieten wahrscheinlich nie in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt. Auch wenn sie in den heutigen Zeit auch schnell wieder aus dem Fokus der Medien und der Menschen auch wieder verschwinden.

Ich würde mich freuen wenn die Anzahl der TOR Relays weiter wachsen würde.
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